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einzigART - Museumsverein Kassel e.V.

Kunststück des Monats

Rubens, Rembrandt, Beuys- die Liste der Künstler lässt sich endlos lang fortführen.

Eines ist jedoch sicher, trotz Kassels Image als Provinznest besitzt die Stadt ein großes Repertoire an Werken und Gemälden der vergangenen und bestehenden Kunstelite.
Leider übersieht man dadurch schnell den ein oder anderen kostbaren Schatz, der sich in den reichen Sammlungsbeständen der Kasseler Museen befindet.

Damit soll nun Schluss sein!

Jeden Monat zeigen wir Euch an dieser Stelle aufs Neue das „Kunststück des Monats“.



Ein Werk, das man zumindest kennen aber auch gesehen haben sollte.





Unser aktuelles Kunststück:

 

16348-jupiter-and-callisto-pieter-pauwel-rubens"Jupiter und Callisto" (1613)

Text von Sandra Rexhausen

 

Peter Paul Rubens fertigte das im dritten Stock des Schlosses Wilhelmshöhe zu bewundernde Werk „Jupiter und Callisto“.
Dargestellt sind zwei Frauen, die sich anzunähern scheinen, und ein Adler umgeben von einer im Hintergrund dunkel gehaltenen Waldlandschaft. Die Frau an der linken Seite des Werkes ist vollkommen unbekleidet und senkt den Kopf. Dieser wird von der anderen Frau, deren Hüfte von einem lockeren blauen Tuch umschlungen ist, mit ihrer rechten Hand nach oben gehoben, sodass beide sich in die Augen sehen. Der Adler im rechten Hintergrund beobachtet die beiden Frauen und hält in seinen Krallen ein Bündel Blitze als Zeichen des Jupiters, auf den er somit eindeutig verweist. Die nackte Frau im Vordergrund lässt sich durch den auf den Boden liegenden Köcher als eine Nymphe namens Kallisto identifizieren.

Sie gehört zur Anhängerschaft der Jagd- und Naturgöttin Artemis, deren Nymphen zur Enthaltsamkeit verpflichtet sind. Jupiter verliebte sich jedoch in die junge Nymphe und versuchte sich ihr in der Gestalt von Diana zu nähern um sie zu verführen. Kallisto konnte sich der Zuwendung nicht entziehen und wurde somit zur Geliebten des Jupiter. In Folge der von Rubens dargestellten Begegnung wird Kallisto schwanger. Als Artemis bei einem Bad die Schwangerschaft der Kallisto entdeckt, verstößt sie die Nymphe. Nach der Geburt ihres Sohnes Arkas wird Kallisto aus Eifersucht von Hera, der Gattin des Zeus, in einen Bären verwandelt.

Nach mehreren Jahren treffen sich Mutter und Sohn wieder. Arkas ist nun ein Jäger und interpretiert die versuchte Umarmung seiner Mutter in Bärengestalt als Angriff. Er will das Tier töten. Zeus greift ein und rettet Kallisto somit vor dem Tod durch die Hand ihres und auch seines Sohnes. Schließlich verwandelt er die beiden in Sternenbilder – den großen Bären und den kleinen Bären. Hera erwirkt, dass die beiden Sternenbilder nie in das Meer abtauchen können und somit ewig um den Polarstern kreisen, wo wir sie auch noch heute bei guter Sicht jede Nacht bewundern können.

 

„Jupiter und Callisto“ von Peter Paul Rubens (1613)

 


"Der Tod der Kleopatra"

Hans Makart (1840-1884)

Text von Christiane Just

 

Tod_der_Kleopatra_MAKART_Hans_29af7271„Regina meretix“ – „Königin Hure“, so hielt Kleopatra, die Königin des mächtigen Reiches am Nil, Einzug in die Geschichtsbücher. Gefährliche Liebschaften mit den ganz Großen der römischen Geschichte sollten ihren Kindern das Erbe sichern und Ägypten in eine glorreiche Zukunft führen. Sie warf sich zunächst Caesar zu Füßen und folgte ihrem Geliebten nach Rom. Nach dessen Ermordung flüchtete sie in ihre Heimat. Kleopatra gelang es daraufhin einen weiteren römischen Feldherren in ihr Lager zu locken – Marcus Antonius. Gemeinsam kämpften sie gegen Octavian, den Herrscher des römischen Imperiums und Schwiegervater des Marcus Antonius. Die Niederlage in der Seeschlacht bei Actium war für Kleopatra Grund genug samt dem Staatsschatz nach Alexandria zu fliehen. Ihr geliebter Marcus Antonius wähnte sie schon tot und brachte sich um. Erneut versuchte Kleopatra ihre weiblichen Reize einzusetzen, doch scheiterte sie mit ihrem Vorhaben bei Octavian. Um der Schmach als Verräterin in Ketten gelegt durch Rom geführt zu werden, wählte sie den Freitod. Eingeschlossen im Tempel der Isis starb sie der Legende nach durch einen Schlangenbiss, dem Hoheitszeichen der Ägypter.

Der Historienmaler Hans Makart fing in seinem Gemälde diesen letzten Moment im Leben der Königin ein. Den Untergang des ägyptischen Reiches vor Augen bettet sich Kleopatra auf ein prunkvolles Lager. Der nackte Oberkörper ist bedeckt mit facettenreichen Geschmeide und ein goldsattes Tuch bedeckt ihren Schoß. Der Hell-Dunkel-Kontrast und das orientalische Interieur verweisen auf den Einfluss Eugène Delacroixs. Die blasse Kleopatra blickt ihrem Schicksal entgegen. Mit leicht aufgebäumtem Oberkörper und in Gegenwart ihrer Dienerinnen hält sie die totbringende Natter mit ihrer linken Hand umschlossen an die Brust.

Dieses großartige Gemälde ist eine Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland und in der Neuen Galerie beheimatet, die derzeit saniert wird. Es ist eines der prächtigsten Werke Makarts, der sich mehrfach mit diesem Sujet auseinandergesetzt hat.

 

„Der Tod der Kleopatra“ von Hans Makart, 1875, Leinwand, 191 x 255 cm

 

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Auch in diesem Monat warten wieder einzigARTige Veranstaltungen auf dich! Infos folgen in Kürze...

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