
Text von Mira Driske
Das Kunststück des Monats Mai ist eher ein Gesamtkunstwerk, denn ein einzelnes Werk. Es handelt sich, passend zu dem Ausflug von einzigArt in der Nähe von Calden, um das Schloss und den Park Wilhelmstal. Die Anlage bietet sich nicht nur für einen Spaziergang an sonnigen Tagen an, sondern beherbergt neben einem angelegten Park eines der wohl schönsten Rokokoschlösser Deutschlands.
Landgraf Wilhelm VIII. ließ das Ensemble von Lustschloss und Park 1747 – 1761 von Architekten und Künstler errichten. François de Cuvilliés entwarf die Dreiflügelanlage, welche Heinrich Nahl d. Ä. und seine Mitarbeiter mit einer prachtvollen Innenausstattung versahen. Die in ihrer Raumaufteilung und auch in der Einrichtung nahezu unveränderten Räume beherbergen heute noch zahlreiche Kunstschätze. Neben den Portraits und mythologischen Gemälden, wie dem Telemach-Zyklus, Johann Tischbein d. Ä., kann man vor allem die Arbeiten der Meißener Manufaktur, aber auch ostasiatisches Porzellan bestaunen. Als eine der Hauptattraktionen gelten die Bratenwendemaschine in der Küche und die Pfauenfederkommode. Diese ausgefallen gestaltete Kommode entstand um 1760 und ist mit einem Muster aus Pfauenfedern versehen. Aus gepresstem Silber und naturalistisch bemalt befinden sich die Federn auf einer grün gestrichenen Perlmuttschicht.
Zu Lebzeiten Wilhelms nicht fertig geworden, beeindruckt der um 1800 vollendete Rokokogarten durch seine Wasserachsen und Alleen. An drei Seiten von Mauern und Toren umgeben, lädt die großzügige Parkanlage auch heute noch zum Lustwandeln ein. Vor allem aber die Grotte von Wenceslaus von Knobelsdorff gilt es zu bewundern. Dieses Gebäude zeigt eine Menge an allegorischen Themen, welche vor allem durch die vielen vergoldeten Putten dargestellt werden.
einzigArt unterwegs – Pfauenfedern und Co.
Samstag, 07.05.2011 um 13.30
Öffnungszeiten:
März – Oktober 10 – 17 Uhr
November – Februar 10 – 16 Uhr
Montags geschlossen, Führungen zur vollen Stunde
Park ganzjährig geöffnet


