
Raimund Göbner: Skulpturen
von Karin Melchior
zusammengefasst von Markus Braband
Der freie Künstler, Raimund Göbner, ist als Holschnitzer und Lehrbeauftragter für Bildhauerei an der Universität Augsburg in Donauwörth zuhause.
Sein bevorzugtes Material ist Lindenholz, aus dem er meist menschliche Figuren in ganz alltäglichen Situationen zum Leben erweckt. Die Baumstämme kauft er direkt vom Förster. Wenn er die Stämme zerteilt, schwebt ihm immer noch nicht vor, was daraus einmal werden soll. Die groben Umrissteile entfernt er maschinell, dann arbeitet er nur mit der Hand und entwickelt langsam, Stück für Stück, die Figur aus dem noch nicht gestalteten Stamm.
Bei Raimund Göbner existiert die Figur bereits im Kopf. Durch seine Fähigkeit des dreidimensionalen Denkens, versucht er seine genaue Vorstellung so exakt wie möglich zu realisieren. Hat die Figur Gestalt angenommen, dann gibt er ihr eine Fassung. Wie zu alten Zeiten, werden sie mit einer Ei-Tempera-Grundierung versehen, um danach bemalt werden zu können. Durch die Bemalung wird das Holz zur Haut, die Augen bekommen einen Blick, der Kleiderstoff seine Materialität.
Viele seiner Figuren sind mitten in der Bewegung. In den Cabriolets fliegen die Haare im Wind, die Radler treten mit voller Power in die Pedale und die Motorräder schneiden den Luftwiderstand. Raimund Göbners Figuren sind häufig Alltagssituationen, die einem mit viel Humor den Spiegel vorhalten und Freude machen sollen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 31.07.2009 in der Galerie Melchior zu sehen.


