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einzigART - Museumsverein Kassel e.V.

Dirck van Baburen: Achilles vor der Leiche des Patroklos

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Dirck van Baburen (Wijk bij Duurstede ca. 1594 - 1624 Utrecht): Achilles vor der Leiche des Patroklos


von Dr. Joachim Schröder



Dirck van Baburen (Wijk bij Duurstede ca. 1594 - 1624 Utrecht): Achilles vor der Leiche des Patroklos, Öl auf Leinwand, 204 x 287 cm, 1624, MHK, Gemäldegalerie Alte Meister, Neuerwerbung 2009 aus Mitteln mehrerer großer Kulturstiftungen, des Fördervereins Dierichs und des Museumsvereins Kassel

Die Szene entstammt dem Trojanischen Krieg, wie sie zu Beginn des 16. Buchs der Ilias von Homer beschrieben wird: Der griechische Held Achilles lieh seinem Jugendfreund Patroklos seine Rüstung, damit er an seiner Stelle kämpfen könne. Bald darauf tötete der Trojaner Hektor den Patroklos und raubte ihm auf dem Schlachtfeld die Rüstung des Achilles. Dieser wurde durch diese Tat so berührt, dass er selbst wieder am Krieg teilnahm, und entbrannte in Rache und Grausamkeit. Nachdem Achilles seinerseits Hektor getötet hat, schleifte er dessen Leichnam mit seinem Wagen tagelang rund um das Grab des Patroklos, statt den Trojanern ein ehrenhaftes Begräbnis zu gestatten.

Baburen zeigt auf seinem Bild den Moment von Achills größtem Schmerz, der zugleich in Rache umschlägt: König Menelaos (der zweite von rechts) hat den Leichnam des Patroklos aus der Schlacht gerettet, auf die er mit dem Stab zeigt. Die Herkunft des Körpers aus dieser Hintergrundsszene wird damit deutlich, zugleich verweisen die entsetzten Gebärden der Soldaten links und rechts des Königs auf den toten Patroklos. Sie schauen anklagend auf Achilles, der als Hauptperson nahezu unüberschnitten links steht, die eine Hand wütend ballt und die andere wie zum Schwur erhebt. Seine eigene Affektlage wird an der schon blutroten Faust deutlich, an den aufeinander gepressten Zähnen und dem Blick zum Himmel.

Das flackernde Licht unterstreicht die Dramatik der Szene, Baburen wechselt geschickt beleuchtete mit verschatteten Partien ab oder wechselt durch die Verwendung von Streifen oder Glanzlichtern die Helligkeitswerte. Allein der Rhythmus der „sprechenden“ Hände, angefangen von der schlaffen Hand des Toten, die ein Soldat hält, über dessen ausgestreckte Hand zu der seines Mitstreiters und letztlich der Faust des Achilles inszeniert anhand der Gebärdensprache das ganze Geschehen.

Das Thema wurde in der Kunstgeschichte sehr selten dargestellt; bislang sind nur wesentlich spätere Werke bekannt, sodass Baburens großes Gemälde einzigartig und ungewöhnlich ist.

 

Kommende Events


EinzigART besucht
die Ausstellung "Lichtgefüge"

Sa 18. Februar 2012
Schloss Wilhelmshöhe
EinzigArt

"Rock den Rex!"

Fr 09. März 2012, 20.00 Uhr


Ottoneum

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