
„Der Perserreiter“
(Sonderausstellung - Bunte Götter)
von Christiane Just
Kaum betritt man das Schloss Wilhelmshöhe blickt man derzeit auf eines der wohl interessantesten Exponate der Ausstellung „Bunte Götter“ – den so genannten Perserreiter. Doch was ist so faszinierend an einer zum größten Teil zerstörten Figur, die hier in einer farbigen Rekonstruktion steht? Es sind die Spekulationsmöglichkeiten, die gerade junge und jung gebliebene Besucher in ihren Bann ziehen.
Ein weißes Pferd mit rot-grüner Mähne und grünem Schweif, braunen Augen und abgebrochenen Nüstern steht auf einem schlichten Sockel. Auf seinem Rücken erwartet man einen Reiter. Doch leider ist nur dessen Unterleib erhalten. Die Rekonstruktion präsentiert den Augen einen wahren Farbenrausch – blau, grün, rot und gelb auf kristallinem Acrylglas. Nur die Farben, die wissenschaftlich zu 100% nachgewiesen sind, wurden rekonstruiert. Die aktuellen Forschungsmethoden werden technisch immer ausgereifter und präziser. Und die Reiterfigur ist das jüngste fertig gestellte Projekt der Stiftung Archäologie.
Das Original des Perserreiters von der Athener Akropolis steht im Akropolismuseum in Athen. Entstanden um 490 v. Chr., gehört er in die klassische Zeit (490-330 v. Chr.) der antiken Kunstgeschichte. Bei ihm sind die Farbreste sogar noch mit bloßem Auge zu erkennen. Doch noch viel interessanter ist die Frage: Gehören die Beine der reich verzierten Hose einem Perserreiter oder einer kühnen Amazone? Die Wissenschaft streitet noch heute darüber, welche der beiden Varianten wahrscheinlicher ist. (Dieses Thema ist meist auch Teil der öffentlichen Führungen durch die Ausstellung.)
Die Ausstellung wurde noch bis zum 12. Juli 2009 mit kleinen Umbaumaßnahmen verlängert.
Öffnungszeiten und Angebot an Führungen unter der Website der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK):


