
"Treffen sich ein Bär und ein Krebs ..."
Text von Vanessa Riedl
Zugegeben, was zunächst wie die Einleitung eines mittelmäßigen Witzes
klingt, sind in Wirklichkeit Motive des
mechanischen Himmelsglobus von Jost Bürgi. Bürgi (1552-1632) wurde 1579 durch Landgrafen Wilhelm IV. an den Kasseler Hof berufen und arbeitete dort als Astronom, Mathematiker und Uhrenmacher. Insgesamt schuf er fünf Himmelsgloben, von denen heute noch einige im Astronomisch-Physikalischen-Kabinett zu finden sind. Ein Himmelsglobus zeigt die Darstellung des Sternenhimmels und ist meistens nach der gleichen Funktionsweise aufgebaut. Die Erde muss sich der Betrachter dabei im Mittelpunkt der Kugel vorstellen, weshalb die eingravierten Sternenbilder auch spiegelverkehrt zu sehen sind. Zur besseren Orientierung werden immer auch einige Hilfslinien auf dem Globus eingezeichnet, wie z.B. dem Himmelsäquator oder der Ekliptik (Bahn, welche die Sonne im Verlauf eines Jahres zieht). Eine kleine Figur, das Sonnenfigürchen, hilft dabei der Ekliptik zu folgen. Außerdem gibt es noch mehrere Ringe, die um die Globuskugel herum angeordnet und am Gestell fixiert sind. Sie dienen der richtigen Einstellung der Tageszeit sowie der Ortsbestimmung, abhängig davon, ob man sich auf der Nord- oder Südhalbkugel befindet. Um aber nicht weiter mit technischen Details zu langweilen, soll es damit an dieser Stelle auch gewesen sein. Himmelsgloben sind stets kunstvoll gefertigt und dienten dem Besitzer zum einen zur astronomischen Lehre und zum anderen zu repräsentativen Zwecken.
„Himmelsglobus“
Ein Instrument, mit dem der Sternenhimmel kartographiert werden konnte. Die Abbildung zeigt das 430 Jahre alte Original. Landgraf Karl beauftragte, ihn mit geätzen Bildern zu verschönern.


