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einzigART - Museumsverein Kassel e.V.

16348-jupiter-and-callisto-pieter-pauwel-rubens"Jupiter und Callisto" (1613)

Text von Sandra Rexhausen

 

Peter Paul Rubens fertigte das im dritten Stock des Schlosses Wilhelmshöhe zu bewundernde Werk „Jupiter und Callisto“.
Dargestellt sind zwei Frauen, die sich anzunähern scheinen, und ein Adler umgeben von einer im Hintergrund dunkel gehaltenen Waldlandschaft. Die Frau an der linken Seite des Werkes ist vollkommen unbekleidet und senkt den Kopf. Dieser wird von der anderen Frau, deren Hüfte von einem lockeren blauen Tuch umschlungen ist, mit ihrer rechten Hand nach oben gehoben, sodass beide sich in die Augen sehen. Der Adler im rechten Hintergrund beobachtet die beiden Frauen und hält in seinen Krallen ein Bündel Blitze als Zeichen des Jupiters, auf den er somit eindeutig verweist. Die nackte Frau im Vordergrund lässt sich durch den auf den Boden liegenden Köcher als eine Nymphe namens Kallisto identifizieren.

Sie gehört zur Anhängerschaft der Jagd- und Naturgöttin Artemis, deren Nymphen zur Enthaltsamkeit verpflichtet sind. Jupiter verliebte sich jedoch in die junge Nymphe und versuchte sich ihr in der Gestalt von Diana zu nähern um sie zu verführen. Kallisto konnte sich der Zuwendung nicht entziehen und wurde somit zur Geliebten des Jupiter. In Folge der von Rubens dargestellten Begegnung wird Kallisto schwanger. Als Artemis bei einem Bad die Schwangerschaft der Kallisto entdeckt, verstößt sie die Nymphe. Nach der Geburt ihres Sohnes Arkas wird Kallisto aus Eifersucht von Hera, der Gattin des Zeus, in einen Bären verwandelt.

Nach mehreren Jahren treffen sich Mutter und Sohn wieder. Arkas ist nun ein Jäger und interpretiert die versuchte Umarmung seiner Mutter in Bärengestalt als Angriff. Er will das Tier töten. Zeus greift ein und rettet Kallisto somit vor dem Tod durch die Hand ihres und auch seines Sohnes. Schließlich verwandelt er die beiden in Sternenbilder – den großen Bären und den kleinen Bären. Hera erwirkt, dass die beiden Sternenbilder nie in das Meer abtauchen können und somit ewig um den Polarstern kreisen, wo wir sie auch noch heute bei guter Sicht jede Nacht bewundern können.

 

„Jupiter und Callisto“ von Peter Paul Rubens (1613)

 

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