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einzigART - Museumsverein Kassel e.V.


"Der Tod der Kleopatra"

Hans Makart (1840-1884)

Text von Christiane Just

 

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„Regina meretix“ – „Königin Hure“, so hielt Kleopatra, die Königin des mächtigen Reiches am Nil, Einzug in die Geschichtsbücher. Gefährliche Liebschaften mit den ganz Großen der römischen Geschichte sollten ihren Kindern das Erbe sichern und Ägypten in eine glorreiche Zukunft führen. Sie warf sich zunächst Caesar zu Füßen und folgte ihrem Geliebten nach Rom. Nach dessen Ermordung flüchtete sie in ihre Heimat. Kleopatra gelang es daraufhin einen weiteren römischen Feldherren in ihr Lager zu locken – Marcus Antonius. Gemeinsam kämpften sie gegen Octavian, den Herrscher des römischen Imperiums und Schwiegervater des Marcus Antonius. Die Niederlage in der Seeschlacht bei Actium war für Kleopatra Grund genug samt dem Staatsschatz nach Alexandria zu fliehen. Ihr geliebter Marcus Antonius wähnte sie schon tot und brachte sich um. Erneut versuchte Kleopatra ihre weiblichen Reize einzusetzen, doch scheiterte sie mit ihrem Vorhaben bei Octavian. Um der Schmach als Verräterin in Ketten gelegt durch Rom geführt zu werden, wählte sie den Freitod. Eingeschlossen im Tempel der Isis starb sie der Legende nach durch einen Schlangenbiss, dem Hoheitszeichen der Ägypter.

Der Historienmaler Hans Makart fing in seinem Gemälde diesen letzten Moment im Leben der Königin ein. Den Untergang des ägyptischen Reiches vor Augen bettet sich Kleopatra auf ein prunkvolles Lager. Der nackte Oberkörper ist bedeckt mit facettenreichen Geschmeide und ein goldsattes Tuch bedeckt ihren Schoß. Der Hell-Dunkel-Kontrast und das orientalische Interieur verweisen auf den Einfluss Eugène Delacroixs. Die blasse Kleopatra blickt ihrem Schicksal entgegen. Mit leicht aufgebäumtem Oberkörper und in Gegenwart ihrer Dienerinnen hält sie die totbringende Natter mit ihrer linken Hand umschlossen an die Brust.

Dieses großartige Gemälde ist eine Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland und in der Neuen Galerie beheimatet, die derzeit saniert wird. Es ist eines der prächtigsten Werke Makarts, der sich mehrfach mit diesem Sujet auseinandergesetzt hat.

 

„Der Tod der Kleopatra“ von Hans Makart, 1875, Leinwand, 191 x 255 cm

 

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