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Der Triumph des Siegers"
Text von Vanessa Riedl
Prachtvoll hängt es im oberen Stock des Schlosses Wilhelmshöhe- das Gemälde „Der Triumph des Siegers“ von Peter Paul Rubens.
Was der Betrachter jedoch nicht sieht, ist die abenteuerliche Reise, die dieses Bild schon hinter sich hat.
1614 als Auftragsarbeit der Antwerpener St.Georg-Schützengilde gedacht, gelangte das Werk 1749 in den Besitz des Landgrafen Wilhelm VIII. Unter napoleonischer Besetzung wurde es 1807 verschleppt und schließlich Napoleon übergeben, der es im Pariser Kaiserkrönungssaal ausstellte. Erst 1815 kam Rubens Bild zurück nach Kassel, wo es noch heute zu sehen ist.
Das Bild selbst strotzt nur so vor symbolträchtigen Gegenständen sowie allegorischen Figuren.
Im Bildzentrum sitzt ein antik gekleideter Feldherr, der durch seine Attribute –Schwert und Schutzschild- auch als Kriegsgott Mars zu deuten ist. Er wird flankiert von zwei Frauen.
Bei der geflügelten, barbusigen Frau zu seiner rechten handelt es sich um die Siegesgöttin „Victoria“. Sie krönt den Feldherrn mit einem Lorbeerkranz, während ihm auf der anderen Seite „Concordia“ (die Eintracht) ein Faszienbündel reicht.
Der untere Bildbereich wird von drei Personen dominiert. Ein senkrecht liegender, blasser Leichnam liegt zu Füßen des Kriegers. Bei ihm handelt es sich um „Pallor“ (Furcht und Schrecken). Ebenfalls besiegt wurde „Discordia“ (der Aufruhr), die mit ihren Haaren aus Schlangen stark an die griechische Sagengestalt Medusa erinnert. Zuletzt kniet mit gefesselten Handgelenken „Ferocitas“ (die gezähmte Wildheit) am Boden der Szenerie.
Interpretieren kann man das Gemälde als Sieg der Gemeinschaft durch einen starken Zusammenhalt (=Faszienbündel) über die schlechten Dinge im Leben. Damit steht das Bild auch ganz im Sinne der ehemaligen Auftraggeber.
Rubens „Der Triumph des Siegers“
um 1614; Öl auf Eichenholz; 160,5 x 263 cm


