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einzigART - Museumsverein Kassel e.V.

Iristapete im "Retrolook"

Iristapete


Text von Mira Driske

 

Als 1826 diese Iristapete entstand, reicht die Tapetentradition schon lange zurück. Von Wandverkleidungen aus Leder, über Seidentapeten bis hin zu den heute noch gebräuchlichen Papiertapeten wurden in Europa, aber auch in Übersee viele Tapeten produziert. Während der aufkommenden Biedermeierzeit dienten in der Tapetenkunst vorwiegend heimische Pflanzen als Vorlage für neue Entwürfe. So auch bei der hier abgebildeten Iristapete. Der Untergrund, auch Fond genannt, changiert von Rot zu Gelb und schließlich wieder zu Rot. Das Muster hingegen folgt den Farbverlauf von Gelb über Weiß zu Grau. Durch diese Kombination der Farben und ihrer Übergänge entsteht eine Tapete, welche heute sicherlich im Bereich des Retro-Looks eine Renaissance erleben könnte.

Der ab 1819 entwickelte Iriseffekt machte seinen Erfinder Johann Michael Spoerlin weltberühmt. Anfangs wurde das neuentwickelte Irisdruckverfahren für den Himmel bei Bildtapeten verwendet, da so stufenlose Farbübergänge möglich waren. Der Fond, aber auch das Motiv wurden in diesem Verfahren gedruckt und konnten so ineinander verschmelzen. Um die Illusion des Lichts auf der Tapete zu fördern bedruckte man sie mit diagonalen, abgeschatteten Streifen. Nach der Verfeinerung des Verfahrens, schaffte man die Verschmelzung zwischen Fond und Motiv, und durch die stark stilisierten floralen Designs wurden neue Effekte erzielt. So bekam das verwendete Papier die Wirkung von Seidendamast.
Das Irisdruckverfahren war schwierig und aufwendig und so hatten sich damals auch nur wenige Hersteller darauf spezialisiert. Neben der Manufaktur dieser bestimmten Tapete, der Manufacture J. Zuber et Cie. aus Rixheim, hatte sich auch die Kassler Tapetenmanufaktur Arnold dem Verfahren angenommen.

 

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"Galgen, Rad und Scheiterhaufen"
Sa., 21. April 2012, 15.00 Uhr
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EinzigArt besucht
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Mi., 23. Mai 2012, 18.30 Uhr
Schloss Wilhelmshöhe

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